Beste Unterhaltung

Twelfth Day

Photo my Mike Guest

Das schottische Folk-Revival ist in vollem Gange:
Mit einer erstaunlichen Vielfalt an Nachwuchsmusikern, die zwar die überlieferten keltischen Klänge selbstbewusst hochhalten, aber für Innovation und Experimente offen sind.
Catriona Price und Esther Swift alias Twelfth Day beweisen auf ihrem dritten Album „Cracks In The Room“, dass sich Tradition und aktuelle Musiktrends bestens ergänzen können: Die beiden Musikerinnen haben sich für die Aufnahmen Oz Fritz mit an Bord geholt, den legendären Soundingenieur von Tom Waits. Gemeinsam erschaffen sie Klangwelten von spröder und lebendiger Schönheit! Produziert wurde das Album von der britischen Folk-Legende Chris Wood, der hier erstmals in dieser Rolle agiert.

Die beiden Frauen, die sich selbst augenzwinkernd als „Zwei-Personen-Quartett“ beschreiben, haben keine Scheu vor aktuellen Themen: Ihr instrumental eingespielter Track „Another Phase In History“ ist eine eindringliche Klage über den Krieg in Syrien und spielt zart mit orientalischen Klängen. Inspiriert wurde der Song von einer gemeinsamen Freundin, der syrischen Musikerin Maya Youseff. Der Opener „False Electric“ zeigt ihre überbordende Lust am Improvisieren. Und völlig überraschend erproben die Zwei in „Cracks“ ihre Lust am Sprechgesang und machen ihrer Empörung über den weiblichen Selbstoptimierungswahn Luft.
Dass sie bei aller Auseinandersetzungen mit anderen Musikrichtungen ihre eigenen Heimat tief im Herzen tragen, zeigen Twelfth Day mit der süßen Ode an den „Blackford Hill“, einen der sieben Berge, auf denen Edinburgh erbaut ist.
Die beiden jungen Musikerinnen aus Edinburgh haben sich bereits mit ihrem zweiten Album „The Devil Makes Three“ in der schottischen Folkszene einen Namen als Vorreiterinnen eines frischen, innovativen Ansatzes in der traditionellen Volksmusik gemacht. Twelfth Day stammen aus dem äußersten Norden und dem äußersten Süden Schottlands: Geigerin Catriona von den windumtosten Orkney-Inseln und die Harfenistin Esther aus dem Grenzland zu Nordengland, also fast schon aus Manchester!
Catriona Price und Esther Swift machen schon seit Kindesbeinen Musik: Esther konnte sogar noch Unterricht bei der legendären Catriona McKay nehmen, einer der einflussreichsten Harfenistinnen Schottlands. Beide waren im Nationalen Jugendorchester Schottlands aktiv. Beide haben am Royal Northern College Of Music in Manchester studiert. Und als die Beiden dort eine WG gründeten, kam wohl auch die Idee für das Projekt Twelfth Night auf!

Catriona und Esther sind nicht nur Virtuosinnen auf ihren Instrumenten, sondern haben helle, wunderbare Stimmen, die sich bestens für himmlische Harmoniegesänge eignen.
Dass sie auch über den schottischen Tellerrand hinausblicken, beweisen sie mit ihrem „Routes To Roots“-Projekt. Es basiert auf der Erkenntnis, dass die Wurzeln der Volksmusik überall auf der Welt gleich sind, die Musik aber radikal unterschiedlich klingt. Esther und Catriona haben sich auf den Weg in die weite Welt gemacht, um dort gleichgesinnte Musikerinnen und Musiker zu finden. Bislang sind die beiden nach Kanada, Malawi, Brasilien und die Mongolei gereist und haben verschiedene Projekte mit lokalen Künstlern initiiert. Finanziert wird diese Arbeit durch einen internationalen Preis für musikalische Zusammenarbeit, den die Deutsche Bank ausgelobt hat.

Discografie

Cracks in the Room
  • Titel: Cracks in the Room
  • Jahr: 2017
  • Katalognummer: BU077Bedrock

Termine

DatumStadtVeranstaltungsort
17.04.2018 Tübingen Sudhaus
19.04.2018 Laupheim Schloss Großlaupheim
20.04.2018 Saarbrücken ZBB Breite 63